Laboratorium für
Gebäude- und Umweltaerodynamik

und Forschungsgruppe Strömungsmesstechnik

Leiter:  Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Bodo Ruck
Institut für Hydromechanik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Kaiserstr. 12, 76128 Karlsruhe, Germany
Tel.:  +49 (0)721 608 43897, ruck@kit.edu

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Ratschläge für extreme Sturmlagen
Laboratorium für Gebäude- und Umweltaeroynamik, KIT, Karlsruhe
Allgemeine Gefahrenreduzierung am/im Haus
Vor Sturmbeginn:
Räumen Sie Ihren Balkon oder Terrasse  leer. Hängen Sie ggfs. Blumenkästen ab.
Bringen Sie Stühle, Tische, Schirme, Sichtwände, Grill, Pflanzenkübel usw. aus dem Garten ins Haus oder in die Gartenhütte.
Inspizieren Sie Ihr Haus von außen. Achten Sie auf sicheren Sitz von Dachziegeln/Dachsteinen und Fassadenteilen.
(Hausbesitzer sollten übrigens regelmäßig das Dach von einem Fachmann inspizieren lassen, sonst verliert man ggfs. den Versicherungsschutz)
Sichern Sie bewegliche Teile (Markisen einfahren, Gartentore arretieren, Garagentor schließen, Mülltonnen fixieren).
Halten Sie ein netzunabhängiges Radio und Taschenlampen, Kerzen, Feuerzeug bereit, wenn der Strom nachts ausfallen sollte.
Vergewissern Sie sich, wo der Verbandskasten und der Feuerlöscher zu finden sind.
Bei Sturmlage:
Menschen (und Haustiere) sollten sich im Haus aufhalten.
Schließen Sie alle Fenster und Türen. Schließen Sie Rollläden oder Fensterläden.
Wenn Sie hinausgehen müssen, achten Sie auf Dachziegel/Dachsteine, die herunter fallen können (besonders gefährdet:  Ziegel /Dachsteine am First, Ortgang und 
rund um Dachdurchdringungen wie Gauben oder Kamine) -> nach oben schauen!
Vorsicht! Verkleidungen z.B. an Kaminen, aber auch ganze Kamine können herunter fallen.
Vorsicht! Vordächer/Blechdächer/Dachauflagen können sich lösen.
Vorsicht im Freien
Wenn Sie während einer Sturmlage draußen sein müssen:
Suchen Sie geschützte Orte oder Unterstellmöglichkeiten auf.
Ziehen Sie einen Schutzhelm auf, wenn Sie unbedingt das Haus oder den Schutzraum verlassen müssen.
Meiden Sie, wenn möglich, innerstädtische Straßen (Dachziegel können in großen Mengen herunterkommen).
Meiden Sie Straßen mit vielen Bäumen (Windwurf von Bäumen, Herabfallen von Ästen)
Meiden Sie Wälder ganz allgemein.
Tipps für Autofahrer, Lastwagenfahrer und Zweiradfahrer
Fahren Sie langsam.  Windböen können Ihr Fahrzeug und andere Fahrzeuge,  vor allem Lkws, LKWs mit Anhänger, Auflieger und Busse, zur Seite drücken.
Erhöhen sie den Seitenabstand beim Vorbeifahren an Hindernissen.
Überholen sie, wenn möglich, nicht. Eine Böe kann sie problemlos 1-2 m seitlich versetzen.
Öffnen Sie die Fahrzeugtüren vorsichtig und halten Sie sie gut fest dabei.
Fahren Sie möglichst ohne Anhänger und ohne Dachaufbauten.
Parken Sie Ihr Auto in einer Garage/Tiefgarage oder an einer Stelle (freies Feld), wo es umstürzende Bäume oder herunterfallende Äste oder Dachziegel nicht beschädigen können.
Parken Sie nicht unter überhängenden Laternen und im Kippbereich von Schildern, Baustellenschildern, Bauzäunen, Baugerüsten, mobilen Sanitärsystemen, Mülltonnen etc.  
Leere große Lastwagen mit und ohne Anhänger sind sehr seitenwindempfindlich – Achtung! Umkippgefahr, insbesondere auf Brücken!
Sichern Sie als Lastwagenfahrer ihre Transportgegenstände besonders stark, um zusätzliche Windlasten abzufangen.
Zweiradfahren einstellen. Zweiradfahren kann bei  Sturmlagen lebensgefährlich sein. Eine Böe kann Sie seitlich treffen, was nur durch einen 
großen Bogen (Schlenker), unter höchster Unfallgefahr, ausgeglichen werden kann.
Schadensmeldung und –dokumentation von Schäden am Haus/Grundstück
Feuerwehr und Hilfskräfte arbeiten auf Hochtouren, beschränken sie sich deshalb nur auf eine Meldung bei akutem Handlungsbedarf zwecks Gefahrenabwehr.
Ansonsten im Haus/Schutzraum abwarten, bis der Sturm nachlässt. Keine Eile bei der Schadensdokumentation!
Dokumentieren Sie, nachdem der Sturm vorbei ist, ihren Windschaden am Haus/im Garten unbedingt per Fotos. Nehmen Sie dabei alles detailliert auf, was der Wind bei Ihnen angerichtet hat. 
Machen Sie auch Übersichtsfotos von den Schäden an Nachbarhäusern bzw. auf Nachbargrundstücken. Hiermit können Sie ggfs. der Versicherung beweisen, dass der Schaden nicht 
durch einen schlechten Zustand des eigenen Hauses hervorgerufen wurde.
Sammeln Sie Daten. Messen Sie z.B. ab, wie weit Gegenstände „geflogen“ sind, oder welchen Durchmesser und welche Höhe ein geworfener Baum hat.
Beheben sie Schäden an ihrem Haus/Grundstück nicht, ohne dass Sie sie zuvor detailliert dokumentiert haben und mit ihrer Versicherung Rücksprache 
genommen haben, bzw. angeboten haben, dass sich ein Gutachter die Schäden ansehen kann.